Lehrstunde vom Meister

Unglücklicher Weise war Niederlage angesagt, weil klar, und genau so spielte der Vorwärts in der ersten Hälfte! Unangebracht demütig hielt die junge Mannschaft von Trainer „Gebbes“ ihr Haupt gesenkt zur Dekapitation hin und Cannstatt nahm die Geste an: 0:6 hieß das Ergebnis der ersten Viertels – genug für komplettes Spiel!

Die Mannschaft zeigte keine Gegenwehr und schien vom Meisteraspiranten eingeschüchtert jegliches Spielvermögen eingebußt zu haben. Cannstatt wartet ruhig auf Vorwärtsfehler und setzte diese gnadenlos mittels Kontertoren um!

Im zweiten Viertel zeigte der Vorwärts sein erstes Lebenszeichen durch Benjamin Hettich. Der Centerspieler musste die Verteidigungsarbeit gegen den Torschützenkönig der letzten Saison, Florian Tiberius Casper, alleine bewältigen, da der defensive Brandungsfels, Volker „Babba“ Becker, wegen unangebracht ehrlicher Kritik am Center der Nürnberger, ein Spiel pausieren musste. Nach kurzer Gewöhnungsphase kontrollierte Hettich den Center der Gäste fast nach Belieben. Dennoch gelang es dem Top Gun der Cannstätter 11 (!!!) Treffer für sich zu verbuchen.

Die Halbzeitstandpauke resultierte in einer jetzt agiler und aggressiver agierenden Vorwärtsler-Truppe. Die anfängliche Demut wich tatsächlicher Gegenwehr und siehe da, jetzt konnten auch die jungen Rheinpfälzer Akzente setzen und spielten zumindest mit! Auch die Arbeit des Kapitäns der Mannschaft Johannes Schmitz wurde jetzt durch Treffer belohnt, die ihm in vielen Aktionen zuvor verwährt blieben!

Das letzte Anschwimmen konnte durch ein geschicktes Passspiel des Ex-Wormsers Pavel Kumin in einen Strafwurf umgesetzt werden, der recht abgezockt vom Jugendnationalspieler „Maddin“ Görge verwertete wurde!

Ob es am Torwartwechsel der Gäste hing, die ihren alt ehrwürdigen Ex-Nationalhüter gegen ihr erst 15-jähriges Nachwuchstalent wechselten, oder am zurück gewonnenen Selbstvertrauen der Gastgeber spielt keine Rolle. Die Mannschaft hat sich auch nach einer desaströsen Leistung in der ersten Hälfte nicht aufgegeben und fightete sich mit immerhin 10 Treffern auf ein respektables Endergebnis.

Fazit: nie wieder eine Niederlage im Vorhinein postulieren, nie wieder unangebrachte Erfurcht vor Gegnern!

Wir werden alle restlichen Gegner auf gleicher Augenhöhe annehmen und von Beginn an kämpfen! Denn wenn der Vorwärts eines kann, das ist es kämpfen! Für sich und seine treuen Anhänger am Beckenrand: Yes! We also can! 

Ergebnis: 10:23

Viertelergebnisse: 0:6; 2:5; 3:7; 5:5.

Mannschaft: M. Grahn (TW), D. Sankovic, C. Hartard (2), J. Schmitz (C) (2), F. Schmitz, M. Burger, P, Kumin, A. Vogel, B. Hettich (1), O. Görge (1), M. Görge (3), L. Sommer, B. Schlick (1).