Nach der mageren Vorstellung in der zweiten Halbzeit aus dem letzten Heimspiel gegen Fulda, wollte der Vorwärts sich und seinem Publikum beweisen, dass er Wasserball spielen kann! Die Klatsche aus dem Auswärtsspiel (20:7) in Ludwigsburg schwelte noch dampfend im Gedächtnis der Spieler, sorgte aber anscheinend für den nötigen Druck und Konzentration. Denn das bewiesen die Athleten Thomas Gebhardt von Anfang bis Ende!
Zweite Minute und in altbewährter „Maddin“-Manier - rotz-frech - eine Vorlage auf Center-Position verwandelt, bevor es überhaupt ein Ludwigsburger begreifen konnte: 1-0 für den Vorwärts!
Nächster Stich mitten in das Wasserballerherz der Ludwigsburger: Markus Grahn fischt den 5m-Meter Strafwurf von Liga-Top-Gun Gyoirgy Czany. Im folgenden Gegenangriff setzt Pavel Kumin in einer Überzahlsituation den Schlussmann der Ludwigsburger, Robert Kovac, mit einem derart provokanten Heber in den Focus des Geschehens, als ob er laut schreien wollte: Ungarn, Esslingen und Erste Ligaerfahrung sind uns alles komplett „wurschd“! 2-2 geht’s ins zweite Viertel.
Die junge Truppe um Coach Gebbes blieb auf Augenhöhe mit den Ludwigsburgern. Der Ungar Czarny wurde konstant press gedeckt und somit ließ man den Gästen wenig Chance, weil ihr Spiel auf ihrem 13’ner basierte. Der war mit Arnd Vogel und Oliver Görge stets reichlich beschäftigt und damit wenig produktiv was seine Torausbeute angeht! Einfache Maßnahme große Wirkung!
Der Halbzeitstand zeigte ein ordentliches 3-3, was sich nach einem sehr guten Wasserballspiel anhört … und es ließ sich auch so anschauen!
Das vorwärtstypische miese 3. Viertel blieb an diesem Samstagabend aus. Stattdessen entschloss sich die Crew diese 8 Minuten mit 4-2 zu ihren eigenen Gunsten zu entscheiden: Endstand 3. Viertel: 7-5! Dieser Zwischensieg war zwar nicht ausschließlich aus eigener Anstrengung dargeboten, denn die Nummer 5 der Ludwigsburger, Christian Hentschel, wurde in der 2. Minute des 3. Viertels wegen Brutalität gegen unser Abwehrbollwerk und Mannschaftseckpfeiler, Volker „Babba“ Becker, des Beckens verwiesen. Die Verzweiflung und Ohnmacht der Gäste rächte sich unter anderem in einer ebenfalls daraus resultierenden 4-minütigen Unterzahlphase, die der WSV schamlos und wieso auch nicht! nutzte und mit 2 Toren davonzog.
Das abschließende Viertel gestaltet sich, wie bereits das komplette Spiel zuvor, extrem spannend, da es während der gesamten Begegnung nur 4 Minuten lang ein 2 Tore Vorsprung für den Vorwärts gab. So gelang der Nummer 2 der Gastmannschaft, Andreas Teicher, in der 3. Minute vor Schluss der Ausgleich zum 9-9. Olli Görge beeindruckte dies wenig. Er führte seine Mannschaft 48 Sekunden vor dem Abpfiff durch einen beeindruckend selbstbewusst vorgetragenen und exekutierten Konter zur verdienten 10-9 Führung für seine Mannschaft Der letzte Angriff überließ der Vorwärts, der Etikette entsprechend, den Gästen. Doch Ludwigsburg nutzte die edle Geste leider sehr routiniert und kaltschnäuzig aus, indem sie in einem aggressiv aufgebauten Angriff eine Rausstellung erzielen konnten und Stefan Wörle eiskalt den letzten Angriff in Überzahl mit einem Tipp-In von Position 2 zum Ausgleich verwandelte.
Obwohl der Vorwärts ohne ihren verletzten Kapitän „Hannes“ Schmitz und Routinier-Knippser „Jack“ Sankovic antreten mussten, war kein Zweiklassenspiel wie im Hinspiel zu erkennen. Im Gegenteil, der Vorwärts kann auch gegen die „Großen“ dieser Liga mitspielen und hat das wieder einmal unter Beweis gestellt. Das Unentschieden und der Punkt waren verdient. Der Vorwärts hätte an diesem Abend auch 2 Punkte verdient, konnte es aber noch nicht umsetzen.
Jetzt geht es darum, im nahen Tabellenumfeld, sprich Friedberg und Nürnberg, die in den nächsten beiden Wochen auf der „Speisekarte“ des Vorwärts stehen, die Punkte, die uns gehören auch nach hause zu spielen!
Last but not least, muss auch hier immer wieder erwähnt werden, dass das Ludwigshafener Publikum bereits die Spitzenposition der 2. Liga-Süd einnimmt. Die Mannschaft möchte sich an dieser Stelle für die erstklassige Stimmung, Kulisse und Unterstützung vom Publikum und allen Helfern recht herzlich bedanken und wir würden uns freuen Sie und euch am 21. März um 18:30 wieder im Hallenbad Süd begrüßen zu dürfen, wenn der Gegner
1.FC Nürnberg heißt!
Ergebnis: 10:10
Viertelergebnisse: 2:2; 1:1; 4:2; 3:4
Mannschaft: M. Grahn (TW), B. Webel, C. Hartard , L. Sommer, F. Schmitz, C. Schröder, P. Kumin (1), A. Vogel, B. Hettich, O. Görge (3), M. Görge (3), V. Becker (C) (2), B. Schlick (1).